Was bedeutet das Wort "Führung"

Ich lese immer wieder in diversen Profilen dass wenn sich ein Mann melden möchte, er doch wirklich Dominant sein soll…

27. Januar 2012

dev/maso wird benutzt oder vorgeführt. [Arbeitstheorie] *zwinker*

Die Geschichte der O zum Selbststudium schon kennengelernt?


Cpt. come in and find out JJ advocatus et frater diavoli. Ihr guter Zwang in ALLEN Sessions.
27. Januar 2012

In meinen Augen besteht da kein Unterschied, ob Paar, Dev oder Dom…

Richtige Führung wirkt doch nicht nur auf eine einzelne devote Person.

Ich denke, die meisten Menschen denken, wenn es um das Führen von Menschen geht so in Richtung Militär, Arbeit, Verein etc…

Da gibt es zwar auch diverse Führungsstile (die drei klassischen Führungsstile sind da autoritär, kooperativ und Laissez-faire), doch haben diese recht wenig mit dem zu tun, was hier gefragt und gefordert ist.
Auch wenn wohl einige Tops besonders den autoritären Führungsstil anwenden und bevorzugen.

Was hier meiner Meinung nach zum Einsatz kommen sollte bzw. gefordert ist, ist die Transformationelle Führung mit etwas charismatischer Führung.

Transformationell führen bedeutet, Begeisterung und Zuversicht erzeugen zu können, andere mitreißen und begeistern zu können…
Jemand mit diesem Führungsstil wird meist als Vorbild wahrgenommen und vermittelt bei seinen Mitmenschen ein Gefühl des Stolzes und der Wertschätzung.

Doch benötigt man hierfür einige Kompetenzen um mit diesem Führungsstil auch erfolgreich sein zu können… die teilweise auch erst erarbeitet (verdient) werden müssen.
Der Führende wird als Vorbild wahrgenommen. Er wird respektiert und bewundert, genießt das volle Vertrauen der Personen, man kann sich auf ihn verlassen, und er wird hohen moralischen Ansprüchen gerecht.
Er ist mehr so etwas wie ein Mentor und versteht es auf die individuellen Bedürfnisse seines gegenüber einzugehen, kann zuhören und entwickelt ganz gezielt deren Stärken, Fantasien und Fähigkeiten.
Der Führende muss motivieren und inspirieren, indem er sein Gegenüber durch anspruchsvolle Ziele herausfordert, Sinn und Zuversicht vermittelt und für ein WIR-Gefühl sorgt.
Er versteht es bei seinem Gegenüber die kreativen und noch schlummernden Fähigkeiten anzuregen, ihre eigenen Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen und zum Finden von eigenen Lösungen zu ermuntern.

Schon sind wir wieder beim „unterschwelligen“, „subtilen“ und „suggestiven“ Verhalten…, was ja nicht ausschließt, dass man auch teilweise recht autoritär auftritt, was ja teilweise auch den Reiz ausmacht.

Wie gesagt, hier spielt es dann eben keine Rolle, ob ich nun eine einzelne devote Person vor mir habe, oder ein Paar oder eine Gruppe, wo es auch dominante Personen gibt…
Gerade im BDSM-Kontex werde ich mir mit den anderen Führungsstilen mit dominanten Personen wohl sehr schwer tun.

So denke, lebe und lehre ich es zumindest…
LG Krolock
27. Januar 2012
Lass uns noch'n bischen.....

Tanzen.
Ist doch das Gleiche: Egal wie das Paar tickt, wer die Hosen anhat...
Auf der Tanzfläche führt ER, sonst siehts Scheiße aus. Da wünschen auch Dommsen mal Führungsqualitäten...
Warum kann das nicht im Bett/an der Leine gleich sein?

Gibt das Bild Dir mehr Erkenntnis?
30. Januar 2012
Verschiedene Aspekte

... hat Führung bei uns.

Da ist das Führen im eher eindimensionalen Wortsinne, d.h. das Bestimmen, was wie passiert.

Dann ist da aber auch das dem geführten Partner Haltgeben, wenn er sich dem dominanten Partner anvertraut und - fast noch wichtiger - die Führung im Sinne von schützend flankieren beim Erkunden der devoten Seite des zu führenden Partners.

Sookie hat diesen Aspekt schön auf den Punkt gebracht:

Für mich heißt Führung nicht nur die Weisung in eine Richtung.
Eher das ich mich gehen lassen kann ohne Bedenken und darauf vertrauen kann, dass mein Gegenpart damit auch umgehen kann.

Dieses auf den Anderen Aufpassen macht bei uns beiden den Kern des Führens aus, ohne den wir uns sicher nicht so weit ins Spiel mit Macht und Unterwerfung vorgewagt hätten, wie wir es inzwischen getan haben.
31. Januar 2012
Female led Relationship...

Führen in unserer Partnerschaft bedeutet nicht nur geführt werden! Hier ist der Begriff im Englischen einmal sinnvoll, wenn wir auch Anglizismen generell ablehnend gegenüberstehen.

"Geführt" in unserer Partnerschaft heißt für mich als der "Geführte", daß ich bereit bin auch die Kontrolle über meine Sexualität abzugeben, sie in die Hände meiner Herrin zu legen.

Nicht mehr Führen ist dann der Punkt, sondern in jedem Punkt die Kontrolle abzugeben. Und das ohne Wenn und Aber!

Wie uns die Geschichte lehrte, will niemand einen Führer, niemand eine diktatorische Führung!

Dagegen in einer Female led Relationship kann man sich auf Augenhöhe begegenen, Kontrolle über sich und seine Person abgeben und das immer nach gemeinsamer Absprache und "Vertrag"!

So sehen wir das Thema "Führung"!

LLLFetischpaar
31. Januar 2012

Ich bin eine Frau, die einen "Mentor" gemäß den Ausführungen von Krolock sucht. Gegenüber der klassischen (Sklaven-)Erziehung im BDSM-Kontext bin ich äußerst resistent. Im Befehlston unter Strafandrohung ständig Anweisungen zu befolgen, funktioniert bei mir nicht nachhaltig. Ich ziehe mich zurück, wenn ich mich zu sehr unter Druck gesetzt fühle. Eine (Spiel-)Beziehung auf rein autoritärer Basis würde mich zudem anöden und wäre ganz schnell beendet, weil ich allein dadurch zum dominanten Part niemals aufschauen könnte. Wenn er mental nicht die Führung übernehmen kann, beispielsweise ein Gespräch leiten und schlüssig argumentieren, hat er eigentlich schon verloren. *zwinker*

Es ist leider sehr schwer, einen Dom bzw. Mann zu finden, der solch eine subtile Form der "charismatischen Führung" drauf hat oder sich zumindest mal damit auseinandersetzt. Die Fähigkeit zur Empathie ist dabei sehr wichtig; erlernen kann man diese nur bedingt. Die gewisse Ausstrahlung eines (in meinen Augen) dominanten Mannes entsteht außerdem nur, wenn das Auftreten als Zeichen innerer Stärke bzw. Selbstsicherheit erkennbar ist und nicht aufgesetzt wirkt.

Ach so, ich lasse mich natürlich auch nur (und dann fast bedingungslos) führen, wenn ich das Gefühl habe, dass der Mann an meinem Wohl interessiert ist und mir niemals bleibende Schäden an Körper oder Seele zufügen würde. Dafür ist wiederum Vertrauen wichtig und emotionale Nähe, an der es häufig bei ach so unnahbaren Doms scheitert.
01. Februar 2012

ich habe ein weg eingeschlagen,der ich gerne gehen möchte...unter "führung" verstehe ich einen,der mir dabei "händchen hält"...er muß keiner erfahrener DOM sein,aber ich akzeptiere ihm...dominanz,die natürlich ist,wo ich mich gerne unterordne....die nicht aufgesetzt ist....er achtet aber auf mich...und ANGELINAs-beitrag....*top*.... rauer ton und befehle lassen mich zurück gehen......mich zurück zuziehen....
er achtet auf mich,ohne mich verletzen zu wollen..ich kann mich 100% auf ihm verlassen...dann lasse ich mich gerne an meine grenze FÜHREN,und immer ein schritt weiter.....
01. Februar 2012

Eine (Spiel-)Beziehung auf rein autoritärer Basis würde mich zudem anöden und wäre ganz schnell beendet, weil ich allein dadurch zum dominanten Part niemals aufschauen könnte. Wenn er mental nicht die Führung übernehmen kann, beispielsweise ein Gespräch leiten und schlüssig argumentieren, hat er eigentlich schon verloren. *zwinker*

Klasse ausgedrückt @Angelina, denn da trennt sich auch für mich die Spreu vom Weizen *zwinker*
Ich könnte auch nicht zu jemandem aufschauen, bei dem ich den Eindruck habe, er versucht einem Gespräch aus dem Weg zu gehen, dem er sich nicht gewachsen fühlt und kommt stattdessen mit willkürlichen Anweisungen oder Strafandrohungen.

Ich würde wesentlich mehr Respekt empfinden, wenn er zugeben würde, das er keine wirklichen Argumente dagegenzuhalten hat als obige Handlungsweise.

Dominanz heisst doch auch die eigenen Schwächen zu sehen und nicht nur die im anderen zu sehen.
01. Februar 2012

Welches Bier trinkt Ihr? *ggg* *freu2*

Nee, ich weiß, die Damen hätten lieber einen *sekt* *cocktail*

Davon spendiere ich eine große Runde, fülle Badewannen, baue Gläserpyramiden …

*bravo* *top2*

Cpt. Prickelt länger als mann denkt JJ advocatus et frater diavoli. Ihr gutes Cuvée aus jeder Beere
01. Februar 2012
Bin nicht devot aber:

durchaus in der Lage mal die Führung und damit die Kontrolle abzugeben.

Allerdings erwarte ich von meinem Spielpartner definitiv dann auch, dass er mental dazu in der Lage ist - sonst wird das im Wortsinn eine Lachnummer *fiesgrins*

Anordnungen erfüllen um des Gehorchens Willen?

No go! Es sollte schon ins Spielgeschehen passen und einen Sinn ergeben.

Ich spiele ja rape-games..... da muss einer führen - und das kann ja kaum ich sein.....
*haumichwech* - stelle ich mir gerade vor: schade, dass ich keine Cartoons zeichnen kann *grins*

aber selbst da ist mit nackter Brutalität bei mir nichts zu gewinnen - außer einem gezielten Tritt...........

Viel Spaß auf der Wiese!

Stregalita
01. Februar 2012
James_Joise

Bitte kann ich ein Bier haben, ich mag keinen Sekt.....ekelig....

Ich glaube, Führungsarten gibt es in Millionen, es ist so individuell wie die Menschheit.

Aber es ist sehr interessant, zu lesen, wie es jeder interpretiert.
01. Februar 2012

@renovato006

ich lese immer wieder in diversen Profilen dass wenn sich ein Mann melden möchte, er doch wirklich Dominant sein soll und vor allem aber auch sollte er gut Führen können.

Und nun stellt sich mir die Frage wie das gemeint ist bzw. was Führung bedeutet.

Ich würde ein Bild von diesem Begriff – gerade im Hinblick auf die weiblichen „Antragstellerinnen“ nicht im Geschäftsleben, nicht auf dem Kasernenhof und nicht im Duden suchen; ich würde ganz woanders danach stöbern.

Frauen tanzen in der Regel recht gern. Tango ist beispielsweise ein nicht-demokratischer-Paartanz mit einer phänomenalen Komplexität aufgrund seiner endlosen Variationsmöglichkeiten, die dem Mann ein extrem hohes Maß an Kreativität, Vorausschau und an Dominanzqualität abverlangen.

Beim Tango schließt und öffnet der Herr Räume in die sich seine Partnerin hineinbewegt, wie ein Vögelchen, das auch nicht dazu neigt gegen Blätter, Äste und Baumstämme zu fliegen.

Macht er seine Sache gut; macht sie dabei eine todschicke Figur.

Und das löst Wohlbefinden aus. Das ist Führung, wie sie sehr viele Frauen schätzen, weil sie mal gelassen direkt und dann wieder leise subtil daherkommen kann und nicht proletenhaft Sieg Heil herauskaspert oder gänzlich „L’État, c’est moi“ in sich selbst verliebt aus allen Poren trieft.

Führung ist nehmen und geben. Ein Führungsstil, der sich eins zu eins auf die entsprechende zwischenmenschliche Beziehung übertragen lässt.
01. Februar 2012
@vanBruns

In einem Punkt gebe ich dir absolut Recht, dass eine Frau sich wohl fühlt und eine schicke Figur macht, wird sie beim Tanzen richtig geführt.

Doch zum einen auch nur dann, wenn sie zumindest den Grundschritt kennt und nicht gewohnt ist Jahre lang die Führende zu sein.

Auch geht es noch beim Tango, doch beim Jive oder Quickstepp (also recht schnelle Tänze) da wird es ohne Vorkenntnisse schon schwer.

Hat sie jedoch diese Kenntnisse, gerät dann an einen Tänzer, der es versteht sie zu führen, der ihr in den ersten Schritten sagt, sie soll einfach die Augen schließen… dann wird sie wie ein „Engel“ über die Tanzfläche schweben.

Doch selbst dann wird die Führung in erster Linie eine Körperliche sein! (Wodurch durchaus auch der Geist angesprochen werden kann..)
Denn ohne die entsprechende Körperspannung und Körperhaltung, welche der Führende auf die Partnerin überträgt, wird die Geführte nicht wirklich merken, wohin die Reise gehen soll.

Hier ist die Führung zwar eine sanfte körperliche Führung, jedoch ist und bleibt es eine Körperliche.

Ich (wir) habe selbst 10 Jahre zweimal die Woche getanzt, und ich für meinen Teil würde das Führen beim Tanzen nur sehr bedingt mit der Führung eines Menschen im Leben oder als Sub vergleichen.

LG Krolock
01. Februar 2012
Grinsel

Die Metapher mit dem Tanzen finde ich genial!

Habe bei mir damals bei meinem Ex-Mann, kein SMer, festgestellt, obwohl er selbst super tanzt, dass ich mich von ihm überhaupt nicht führen lassen konnte, während ich bei anderen Männern super - egal, was getanzt wurde, mitgehen konnte!

Bei meinem Ex-Schwiegervater war es beim Hochzeitstanz ähnlich, weshalb er mich dann einfach hochhob und so tat, als ließe ich mich führen *g*

Dies nur mal als kleine Annekdote, die mir hierzu einfiel *gg*
01. Februar 2012
Eine Frau geht mit einem Mann wohin sie will

Kann mit einem Wort, einer Geste alles beenden...hat eine Menge Trümpfe im Aermel im schönen Spiel

Ich geniesse es ohne Ende, an einer alltagsdominanten Frau die devote Ader zu entdecken und zu entwickeln. Die Seite an ihr, der sie gerne nachgibt, auch wenn manches passiert was sie vorher gar nicht gedacht hat. Hat was mit unstillbarer Neugier zu tun...und einer gewissen Form von lustvollem Schmerz, absoluter Auslieferung.

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