Schmerz - Lustschmerz

Ich habe jetzt relativ lange im Forum und in verschiedenen Gruppen geguckt, auch mit der Suche habe ich mich befasst…

18. September 2010
Schmerz - Lustschmerz

Hallo ihr!

Ich habe jetzt relativ lange im Forum und in verschiedenen Gruppen geguckt, auch mit der Suche habe ich mich befasst, ich finde aber kein Thema dazu.
Wenn es doch was gibt freue ich mich über Links und entschuldige mich schon mal für den "Doppelpost".

Also:

Ich lese immer mal wieder über den soganannten "Lustschmerz".
Es gibt also Menschen, die Schmerz nicht als solchen empfinden.

Mich würde nun interessieren, wie das bei euch Subs ist.
Kennt ihr den Lustschmerz?
Falls ja: Genießt ihr beides und geht auch über den Lustschmerz hinaus?
Wenn ihr "nur" Schmerzen habt, was findet ihr daran gut?
Wo zieht ihr die Grenze (gibt es eine?)?

Und ihr dominanten Personen:
Macht es einen Unterschied, ob Sub Lustschmerz oder Schmerz verspürt?
Gibt euch dieses oder jenes bei Sub zu beobachten die gleiche Befriedigung?


Natürlich ist mir durchaus bewusst, dass es mit diesen Fragen nicht getan ist, aber ich denke als Einstieg in eine Diskussion sind sie zu gebrauchen.


Ich persönlich kenne den Lustschmerz nicht.
Trotzdem liebe und brauche ich Schmerz.
Meine Grenze habe ich bisher noch nicht gefunden (aber ich bin ja auch noch recht neu..lächel).

Gespannte Grüße
Barbara
18. September 2010

Hallo Barbara,

Ich kenne Lustschmerz aber der hat Bedingungen. Es reicht mir nicht das man mich nur haut. Der Rahmen, Die Person, der Weg dorthin ist wichtig um mich so fallen zu lassen. das kann schnell gehen oder auch sehr langsam. Das ist nicht nur von mir abhängig.

Alles was darüber hinaus geht ist Schmerz und auch den kann ich als Ertragen geniessen wenn alles drumherum stimmig ist.

Zum Beispiel durch D/s oder und durch Aussichtslosigkeit.
Dann wird mein Schmerz zur Hingabe.

soweit mal ein Abriss ...
Liebe Grüsse
nicole
18. September 2010

Dem Sadisten in mir ist schnurz pip egal, ob Subbie an den schmerzen nun gefallen findet oder nicht.
Hauptsache ich bin es, der die Schmerzen zufuegt...

Der Top in mir mag das Machtgefuehl, ihm gefaellt es allerdings viel mehr wenn Subbie auch etwas davon hat.

Es gibt aus meiner Sicht definitiv Subbies die aus Schmerz lust ziehen bzw. bei denen Schmerz Lust erzeugt oder Vergroessert...

Allerdings ist das immer eine Gratwanderung...
18. September 2010

Oh, ich zweifel nicht daran, dass es Subs gibt, die Lustschmerz empfinden!

Zu dem:

Der Top in mir mag das Machtgefuehl, ihm gefaellt es allerdings viel mehr wenn Subbie auch etwas davon hat.

Ich hoffe doch mal schwer, dass jeder/jede Sub, der/die sich Schmerzen zufügen lässt "was davon hat".
Ob nun Lustschmerz vorhanden ist oder nicht.


@queerliges
Was genau meinst du mit "Aussichtslosigkeit"?
18. September 2010

@Resta

Aussichtslosigkeit um aus der Situation heraus zu kommen. Das kann psychisch wie physisch sein oder beides. Dann kann ich mich völlig fallen lassen.
19. September 2010

Der Schmerz kann ein Weg zur Lust sein. Nicht DER Weg, sondern einer. Ein besonders intensiver, und im Idealfall auch verbindender.

Mir geht es nicht um den Schmerz als solchen, sondern um die Intensität des Fühlens im Augenblick. Mein Ziel ist meistens die Lust, in diesem Sinne "ihre" Lust, doch natürlich empfinde ich dabei auch Lust, aber weniger aus dem Zufügen der Schmerzen, sondern vielmehr aus dem Spiel der Macht und dem Gefühl, Herr ihrer Sinne zu sein. Und dadurch mit ihrer Lust zu spielen.

Manchmal setze ich den Schmerz auch als Strafe ein, doch das ist tatsächlich selten. Ich belohne lieber, als zu strafen, doch manchmal, aber nur manchmal, ist eine gewisse Richtungsvorgabe notwendig... *zwinker* Dann geht es weniger um Lust, als um die Gestaltung und Steuerung eines gemeinsamen Weges.
19. September 2010
Bei den Eskimos

Bei den Eskimos gibt es 30 Worte für Schnee, 14 Worte für Eis und 6 Worte für Kalt....

So ähnlich ist das mit Schmerz, insbesondere Lustschmerz auch. ich spüre da keine Grenzen, sondern Verläufe, Fieberkurven und Simmungsstrahlen. Was Gestern so ging, läuft Heute ganz anders und wird Morgen ein Erlebniss.

Darum sind Unterhaltungen darüber auch so Problematisch... Jeder erlebt es anders, jeder sucht was anderes, jeder bekommt was anderes und jeder erinnert sich anders. Die Unterschiede dürften Gewaltig sein!

Wenn es aber nur ein Wort dafür hat.... dann redet man schnell mal aneinander vorbei. Aber nicht verzagen, weiter wagen... Man kann auch mit Leuten reden die nicht verstehen können / wollen. Vielleicht fällt der Groschen halt nur Tage später? Wer weis....... Schöne Tage - euer oyo
19. September 2010
Schmerz...

... bereitet mir auf zwei Arten Lust:

Bleibt er innerhalb meiner "Grenzen", erregt es mich körperlich, kickt mich spür- und sehbar.

Geht er darüber hinaus, erregt es meinen Kopf, setzt manchmal tagelange Filme in mir in Gang, die dann auch besagte körperliche Auswirkungen haben. Nur eben nicht in dem Moment, sondern zeitversetzt.
19. September 2010
Lustschmerz-Schmerz

Als ich meine ersten Schritte als Sub ging, war für mich Schmerz nur etwas, was man vermeiden sollte. Die Grenzen aber waren auch gedanklich offen.

Ich lernte dann schnell, dass es eine Art Konditionierung gibt, wenn Schmerz wohldosiert mit Lust verknüpft ist (Pawlow lässt grüssen). Auch wenn dann Schmerz ohne direkte sexuelle Stimulanz verbunden war, war er an den bestimmten Stellen ausgelöst, mit Lust verbunden.

Da ich es gut beherrsche, aus Schmerz auszusteigen, wenn er mir zuviel wird, ich ihn also von aussen betrachten kann, ist es immer meine eigene Entscheidung, ob ich mich darauf einlasse oder nicht.

Der nächste Schritt, den ich mir dann selbst wünschte, war, für den Mann dem ich so nah bin, durch auch diesen Schmerz, der nur anfangs Lustschmerz war, dann aber handfest weh tat, hindurchzugehen und ihm dies zu schenken. Ich nahm also diesen Schmerz an, stellte mich nicht ausserhalb, sondern ging durch ihn hindurch und erlebte Tiefe, Nähe, Ankommen, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Da ich als Sub erlebt habe, was für ein Geschenk dies ist für Top, ist es auch mein Bestreben, in der dominanten Position soviel Nähe herzustellen, soviel Vertrauen, dass Sub sich wünscht, diese Grenzen für mich aufzumachen und Schmerz als Verbündeten zu sehen, der zu tiefsten menschlichen Begegnungen führt.

etrangere12
19. September 2010

Ich hoffe doch mal schwer, dass jeder/jede Sub, der/die sich Schmerzen zufügen lässt "was davon hat".
Ob nun Lustschmerz vorhanden ist oder nicht.

Nicht unbedingt immer.
Bei einer Strafe z.b. eventuell nicht wirklich...
Vielleicht nach der Strafe, als Belohnung fuers aushalten der Strafe aber
ich kenne auch Subbies, die mit wirklichen Schmerzen nichts anfangen koennen. Und die haben dann auch so direkt nichts davon, wenn man ihnen welche zufuegt...
Aber dann Indirekt, weil sie sehen, das es dem gefaellt, der sie ihnen zufuegt und weil sie Stolz sind, das sie diejenigen sind...
19. September 2010
Strafen?

Also ich begehe eigentlich nur Respektlosigkeiten, Frechheiten und kleine Fehler, bin ja kein Schwerverbrecher, sondern Masochist. In so fern wäre eine richtig körperlich verletzende Strafe wohl auch sehr übertrieben, ich bettele ja nur und will spielen nicht im Krankenhaus eingeliefert werden.

Also suche ich wohl auch immer nur Lustschmerz......oder nicht?

Ganz abgesehen von dieser Baustelle....., hab ich auch schon mehr bekommen als ich wollte / vertrug, ohne gleich in ein Trauma zu fallen.

Da ist also auch noch eine ziemliche Grauzone bei jedem.

Jetzt mal ein Provokanter absurder weit her geholter Vergleich, wo ich mich nicht auskennen kann und nur nach Sachlage vorgehe / frage?

Eine Geburt ist doch extrem Schmerzhaft, das sagen Mütter immer....

Stehen jetzt auch Alle die zum zweiten mal schwanger sind automatisch auf den Schmerzen, die das verursacht? Oder vergisst man solche extreme Schmerzen doch ganz leicht?

Lassen sich Schmerzen überhaupt Rationell erfassen/ beurteilen?

liebe Grüße und schöne Tage euer oyo
19. September 2010
@ Oyo

Gute Frage!

Ich habe das dreimal mitgemacht, kann also sagen, ein wenig Erfahrung mit Geburten zu haben.
Es ist weder so, dass ich auf die Schmerzen "gestanden" habe, noch, dass ich die Schmerzen vergessen oder verdrängt habe.
Schmerzen bei der Geburt habe ich als Notwendigkeit erlebt, die aber durch Beobachtung meinerselbst von aussen recht gut zu meistern sind, was dazu führte, dass ich mich dabei auch gut entspannen konnte und die Geburten relativ zügig und problemlos verlaufen sind.
Im Nachhinein denke ich, dass dieser Schmerz ein eingreifendes Erlebnis ist, was auch zur Bindung an das Kind einen Beitrag leistet.

etrangere12
19. September 2010

grins..mit dem Thema kenne ich mich besser aus!

Ich hab versucht mir bei der Geburt meiner Tochter einen "Anker" zu legen.
Also ein Bild zu schaffen, das mich daran erinnert NIE WIEDER sowas zu machen, weil ich wusste, dass die Schmerzen von dem folgenden Hormoncocktail verdrängt werden.

Heute habe ich 2 Kinder. Hat also nicht geklappt...lächel



Ich finde aber auch, das man die Situationen in keiner Weise vergleichen kann.
Vielleicht weil das eine wirklicher Zwang ist und das andere gewollter Zwang?
19. September 2010

etrangere12 sprach von Konditionierung. Dazu gibt es Schmerzspeicher und Biochemie. Hinzu kommt noch unsere Psyche die in Wechselwirkung mit unserem körperlichen Empfinden steht.

Was wir nun als Schmerz oder Lustschmerz, Schmerz als Strafe, Schmerz als Hingabe und sonst wie umsetzen ist dadurch ganz unterschiedlich geprägt.

Vortrag Ende *zwinker*
nicole
19. September 2010
Lange her...

Als ganz kleiner Bengel, war das noch usus das man den Hintern versolt bekam... teilweise mit Hilfen.... ich kann genau rekapitulieren, das mir das definitiv nicht gefiel und ich auch vor der Androhung Respekt hatte.

Mein erstes Poerlebnis der Aufregenden Art, verpasste mir eine freche Kameradin, aus heiterem Himmel - spontan - es gefiel mir aber ohne Zeitverzug sofort ohne nachzudenken, blitzartig, sozusagen

Was für ne Biochemie - Psyche -war das denn? im einen oder anderen Fall? liebe Grüße euer oyo

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